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Samstag
/ 14. Juli 2007
DESAFINADOS Mit heißen Rhythmen auf ihren "Streifzügen durch klingende Welten" eröffneten die beiden "Desafinados" am vergangenen Samstagabend das kleine Folkfestival der "Ellmendinger Kelterkonzerte". Rechtzeitig, wie bestellt, hatte der Juli seinen ersten heißen Sommertag beschert. Heiß auch die Musik von Bernhard Dürr und Jochen Roddewig - und absolut nicht "verstimmt", wie der portugiesische Name - "Desafinado" - vielleicht suggerieren könnte. Lediglich der bekannte Brasilianer Tom Jobim, Mitbegründer des Bossa Nova, hatte die beiden mit seinem bekannten Song "Desafinado“ zu ihrem Namen inspiriert. Natürlich durfte neben diesem Stück auch sein "Cancion de uma nota“ nicht fehlen. Ihren Streifzug durch die "klingenden Welten" begannen die beiden Künstler in Armenien, um über Kroatien, Italien, Portugal und Finnland vor der Pause bei der Klezmermusik der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu landen, wie sie damals mit jazzigen Anklängen in New York gespielt wurde. Nach der Pause bestimmte Brasilien mit Bossa Nova- und Sambarhythmen den noch jungen Abend. Aber auch sentimentale Liebeslieder und Lieder des Sertao, vorgetragen im portugiesisch - deutschen Wechselgesang, begeisterten das Publikum. Faszinierend das perfekte Spiel von Jochen Roddewig auf seinen diversen Saxofonen und Klarinetten - jeweils passend zum Stil der vorgetragenen Stücke gewählt. Hervorzuheben auch Bernhard Dürr, der neben virtuos gespielten Gitarren, besonders der kleinen Cavaquinho außergewöhnliche Töne entlockte. Nach 20.00 Uhr bestimmte dann "Taxi Sandanski“ den Abend - eine neue Gruppe aus dem Karlsruher Raum - jedoch keine Neulinge in der Klezmer- und Balkanszene, hatten doch alle - eine Musikerin und 5 Musiker - zuvor bereits viele Jahre in bekannten einschlägigen Bands gespielt. Fetzige Stücke, angelehnt an den Stil von Roma- und Sintikapellen und teilweise sentimentalen Balkan - Soul, mit mehrstimmigem Gesang, begeisterten das Publikum. Und vielleicht auch den Grafen Dracula. Drehte doch mehrmals, besonders zu transilvanischen Klängen, eine Fledermaus ihre Runden über den Köpfen des Publikums durch die Kelterhalle. Virtuos dominiert wurde das Zusammenspiel der Gruppe durch die hervorragend gespielten Saxofone, Flöten und Klarinetten von Angie Metzler im Wechselspiel und Zusammenklang mit den klaren schmetternden Trompetentönen von Bastian Sandberger. Akkordeon, Gitarren, Kontrabass und Basstuba, und auch eine alte Milchkanne, bildeten dazu den jeweils passenden schwungvollen Rahmen. Einen der Höhepunkte des Abends durfte das Publikum dann bei den Zugaben erleben. Hier gesellten sich die beiden "Desafinados“ zu den "Taxi Sandanskis“ auf die Bühne. Kaum zu bremsende Spielfreude überschwemmte dabei das Publikum, das "beswingt“ gegen 22.30 Uhr in die nun angenehm temperierte Sommernacht entlassen wurde. Mit freundlicher Unterstützung durch die Sparkasse Pforzheim-Calw. |